Herzhafter Hefepfannkuchen mit Tomaten und getrockneter Blutwurst
Ein herzhafter Hefepfannkuchen mit Blutwurst mag zunächst ein wenig ungewöhnlich klingen. Aber nur für Menschen, die Homer nicht aufmerksam gelesen haben. Denn bereits in der „Odyssee“ wird ein Vorläufer unserer Blutwurst ausgesprochen anschaulich erwähnt.
Antinoos, der Sohn des Eupeithes, verkündet dort:
„Hier sind Ziegenmagen, mit Fett und Blute gefüllet.“
Die gefüllten Ziegenmägen liegen auf glühenden Kohlen und sollen dem Sieger eines Faustkampfes als Abendmahl dienen. Blutwurst war offenbar schon damals eine Speise, für die man gewisse Unannehmlichkeiten in Kauf nahm.
Dies schrieb Homer vor annähernd 2700 Jahren. Rümpfen Sie also nicht gleich die Nase, wenn ich Blutwurst in die Pfanne lege. Wir veranstalten schließlich keinen Faustkampf darum. Stattdessen verbinden wir die kräftige Wurst mit Eiern, Hefe und frischen Tomaten zu einem ungewöhnlich luftigen Pfannengericht.
Der herzhafte Hefepfannkuchen liegt irgendwo zwischen Eierkuchen, Omelett und einer sehr kleinen, etwas eigensinnigen Frittata. Gerade die Hefe macht ihn locker und sorgt für die feinporige Struktur, die auf dem Foto besonders schön zu erkennen ist.
Zutaten für vier Portionen
Für: Herzhafter Hefepfannkuchen mit Tomaten und getrockneter Blutwurst
- 10 Gramm frische Hefe
- etwa 100 Milliliter lauwarme Milch
- 1 Prise Zucker
- 2 gehäufte Esslöffel Mehl
- 6 Eier
- etwa 150 Gramm getrocknete oder luftgetrocknete Blutwurst
- 3 reife Tomaten
- etwas Öl oder Butterschmalz
- Salz
- grob gemahlener Pfeffer
- etwas Petersilie zum Garnieren
Hefeteig für den Eierkuchen ansetzen
Lösen Sie die Hefe zusammen mit einer Prise Zucker in der lauwarmen Milch auf. Die Milch darf wirklich nur lauwarm sein. Wird sie zu heiß, nimmt die Hefe das persönlich und verweigert ihre Mitarbeit.
Nun zwei gehäufte Esslöffel Mehl mit dem Schneebesen unterschlagen. Den kleinen Hefeansatz abdecken und etwa 30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.
Die Eier aus ihren Schalen befreien und kräftig verquirlen, bis eine luftige Masse entstanden ist. Mit Salz und grob gemahlenem Pfeffer würzen. Anschließend die Eier vorsichtig unter den aufgegangenen Hefeansatz rühren.
Diese Mischung darf noch einmal ungefähr 30 Minuten ruhen. Das erscheint lang für einen Eierkuchen, ist aber gerade das kleine Geheimnis dieses Rezeptes.
Herzhaften Hefepfannkuchen langsam garen
Die getrocknete Blutwurst in nicht zu dünne Scheiben schneiden. Etwas Öl oder Butterschmalz in einer ausreichend großen Pfanne erhitzen und die Wurstscheiben darin kurz anbraten.
Nicht übertreiben. Eine stark getrocknete Blutwurst kann bei zu großer Hitze schnell hart werden. Sie soll leicht gebräunt sein und ihr würziges Aroma abgeben, aber keineswegs als Ersatz für Dachziegel dienen.
Die Eier-Hefe-Masse vorsichtig in die Pfanne gießen. Die Tomaten waschen, je nach Größe vierteln oder in kräftige Stücke schneiden und hübsch in der noch flüssigen Masse verteilen.
Nun den Deckel auflegen und den Hefepfannkuchen mit Tomaten und Blutwurst bei niedriger Temperatur langsam stocken lassen. Das dauert, abhängig von Pfanne und Herd, ungefähr 12 bis 15 Minuten.
Die Unterseite darf dabei leicht bräunen. Oben sollte die Eiermasse vollständig gestockt, aber noch saftig sein. Wenden müssen Sie dieses stattliche Gebilde nicht. Das erspart Aufregung und möglicherweise eine anschließende Renovierung des Herdes.
Ein herzhafter Hefepfannkuchen mit Blutwurst und Tomaten ist auch ein luftiges Eiergericht für den Sommerabend.
Die getrocknete Blutwurst bringt Würze und eine leichte Rauchnote mit. Die Tomaten steuern Frische und etwas Säure bei. Dazwischen hält die lockere Eiermasse mit Hefe diplomatisch den Frieden.
Servieren Sie den herzhaften Hefepfannkuchen unmittelbar aus der Pfanne. Ein kleiner grüner Salat passt ebenso dazu wie frisches Sauerteigbrot. Wer einen Wein öffnen möchte, greift zu einem trockenen, nicht zu schweren Weißwein.
So wird aus wenigen Zutaten ein schnelles Abendessen – sieht man einmal von der Gehzeit ab. Aber die erledigt die Hefe schließlich allein.
Alle Rezepte mit Blutwurst.
Infobox: Blutwurst gab es schon bei Homer
Eine frühe Beschreibung einer blutwurstartigen Speise findet sich im 18. Gesang von Homers „Odyssee“. Antinoos, Sohn des Eupeithes, spricht dort von Ziegenmägen, die mit Fett und Blut gefüllt und über dem Feuer gebraten werden.
Mit unserer heutigen Blutwurst ist diese antike Zubereitung nicht in jedem Detail gleichzusetzen. Das Grundprinzip ist jedoch deutlich erkennbar: Blut und Fett wurden in eine natürliche Hülle gefüllt und anschließend gegart.
Später entstanden in vielen europäischen Regionen eigene Blutwurstsorten. Die jeweiligen Rezepturen unterscheiden sich bis heute erheblich. Verwendet werden – abhängig von Herkunft und Tradition – unter anderem Speck, Fleisch, Schwarte, Getreide und unterschiedliche Gewürze.
Gemeinsam ist den meisten Rezepturen der vernünftige Gedanke, möglichst viel von einem geschlachteten Tier zu verwerten. Heute nennt man das gern „Nose to Tail“. Früher nannte man es vermutlich einfach: nichts verschwenden.
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