Um das Rätsel gleich zu lösen – es geht um Kohle

Wenn es um die Wurst geht, sollte man wählerisch sein.

Bratwurststand Leipziger Hauptbahnhof

Und die Thüringer Bratwurst auf dem Leipziger Hauptbahnhof ist ein typischer Testfall. Man kommt, sagen wir mal, aus der badischen Wurstdiaspora nach Leipzig. Steigt aus dem Zug, und mit nur wenigen Schritten erreicht man die erste Wurstbude. Man kann gar nicht anders, zumal der Bautzener Senf so offensiv zur Schau gestellt ist.

Man kauft die erste Wurst auf sächsischem Boden und die kommt aus Thüringen.

Der Durchschnittsbadenser versteht was von Maultaschen und Spätzle mit Seidewürschtle. Eine echte Thüringer Bratwurst ist ihm eher fremd. Und da haben wir das Problem. Die Bratwurst auf dem Leipziger Hauptbahnhof ist zwar nicht schlecht, aber eben auch nicht gut. Da muss man sich schon bemühen und die Bratwurstbuden bis zur Petersstraße durchprobieren.

Je nach gewähltem Weg könnten das 7-8 Bratwurststände sein. Auf der Petersstraße nahe dem schließenden oder schon geschlossenem Karstadt findet man dann die beste Thüringer Bratwurst in der Stadt.

Woran man eine gute Thüringer Bratwurst erkennt? Sie ist schlaff.

Also nicht prall gefüllt und schon im siedenden Wasser totggebrüht. Außerdem kommt es auf das Können der Grillmeisterin oder des Grillmeisters an. Die Wurst darf nicht zu heiß gegrillt werden aber auch nicht zu lange auf dem Rost liegen, sonst wird sie trocken und ihr ganzer Schmelz ist dahin. Der Badener sagt – das Schlotzige. Sie sehen, die Hauptbahnhofbratwürste waren straff. Dann kommt eine kleine, winzige Verspätung und schon ist alles dahin. Die Würste liegen zu lange und werden fest. Auch verlieren Sie ihr feines Aroma.

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