Quiche Lorraine auf warmem Radicchio – französischer Speckkuchen mit bitterem Charme
Manchmal soll es am Abend etwas Feines sein. Nicht zu schwer, nicht zu kompliziert und bitte ohne stundenlange Küchenschlacht. Genau für solche Tage wurde vermutlich die Quiche Lorraine erfunden.
Die Lothringer verstanden schon früh, dass Speck, Eier und Sahne eine überaus friedliche Gemeinschaft bilden. Der Franzose legt das Ganze in einen Teig, schiebt es in den Ofen und nennt das Ergebnis Kultur.
Da wir hier jedoch nicht in Nancy oder Metz sitzen, sondern vermutlich irgendwo zwischen Kühlschrank und Weinglas, gönnen wir der klassischen Quiche Lorraine noch einen Begleiter: warmen Radicchio. Dessen herbe Note verträgt sich erstaunlich gut mit der buttrigen Üppigkeit des Speckkuchens.
Quiche Lorraine Rezept – die Zutaten für den französischen Klassiker
Für eine Springform von etwa 28 Zentimetern Durchmesser benötigen Sie:
- 1 Rolle Blätterteig
- 200 g geräucherten Speck
- 4 Eier
- 250 g Sahne
- 250 ml Milch
- 1 Bund Frühlingszwiebeln
- Salz
- Pfeffer
- frisch geriebene Muskatnuss
Das ergibt vier ordentliche Portionen. Oder zwei sehr hungrige Menschen, die behaupten, sie wollten nur ein kleines Stück probieren.
Quiche Lorraine selber machen – einfach und zuverlässig
Zunächst werden die Frühlingszwiebeln in feine Ringe geschnitten. Anschließend dürfen sie zusammen mit dem Speck in einer Pfanne mit wenig Butter sanft Farbe annehmen.
Währenddessen verrühren Sie Eier, Milch und Sahne in einer Schüssel. Die Mischung wird mit Salz, Pfeffer und einer guten Portion Muskat gewürzt. Muskat ist bei solchen Gerichten wie ein guter Charakterdarsteller im Film: selten die Hauptrolle, aber unverzichtbar.
Den Blätterteig legen Sie in die Springform. Dabei sollte er auch die Ränder ordentlich bedecken. Der Backofen wird auf 180 Grad vorgeheizt.
Nun verteilen Sie Speck und Frühlingszwiebeln gleichmäßig auf dem Teigboden. Danach wird die Eier-Sahne-Mischung darübergegossen.
Dann verschwindet die Form für etwa 35 bis 40 Minuten im Ofen.
Französischer Speckkuchen mit goldener Kruste
Wenn die Oberfläche beginnt, eine schöne goldgelbe Farbe anzunehmen, kann man die Quiche locker mit etwas Alufolie abdecken. Anschließend noch einige Minuten bei Unterhitze fertig backen.
Die Belohnung ist eine herrlich lockere Füllung unter einer goldbraunen Decke. Der Duft von Speck, Muskat und gebackenem Teig zieht dabei zuverlässig durch die Wohnung und sorgt dafür, dass plötzlich Menschen in der Küche auftauchen, die vorher gar keinen Hunger hatten.
Warmer Radicchio mit Balsamico – die perfekte Beilage zur Quiche Lorraine
Der Radicchio verdient ein wenig Aufmerksamkeit, denn er wird häufig unterschätzt.
Die Blätter werden vom Kopf gelöst und grob zerpflückt. Eine kleine Zwiebel darf in etwas Butter glasig werden. Anschließend kommt der Radicchio dazu. Allerdings nur kurz.
Wer ihn zu lange brät, erhält eine braune Erinnerung an das Gemüse, aber keinen Radicchio mehr.
Sobald die Blätter leicht zusammenfallen, wird mit einem kleinen Schuss Balsamico abgelöscht. Danach salzen und pfeffern.
Mehr braucht es nicht.
Die feine Bitterkeit des Radicchios setzt einen wunderbaren Kontrapunkt zur cremigen Quiche und verhindert, dass das Gericht zu mächtig wirkt.
Quiche Lorraine aus Lothringen – ein Klassiker der französischen Küche
Die Quiche Lorraine stammt ursprünglich aus Lothringen, jener geschichtsträchtigen Region zwischen Deutschland und Frankreich, die im Laufe der Jahrhunderte mehrfach die Nationalität wechselte.
Geblieben ist ein Gericht, das heute auf der ganzen Welt bekannt ist. Die ursprüngliche Variante war sogar deutlich schlichter als viele moderne Versionen. Käse spielte ursprünglich keine Rolle. Erst später kamen zahlreiche Variationen hinzu.
Ich halte mich hier lieber an die einfache Linie. Speck, Eier, Sahne und ein wenig Gemüse daneben. Mehr braucht ein glücklicher Abend nicht.
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