Wiener Bratwurst an der Haltestelle

Bratwurst ist ein diffiziles Thema und ihre Qualität oft umstritten.

Eine Wiener Bratwurst an der Haltestelle der Tram zu essen, war schon ein Erlebnis. Nicht so sehr der Wurst wegen, denn die Architektur dieses Würstelstands – der Begriff Bratwurstbude verbietet sich von selbst – beeindruckte mich nachhaltig.

Wiener Bratwurst an der Haltestelle
Wiener Bratwurst an der Haltestelle Burgring

Als international anerkannter Bratwurstforscher ist man natürlich nicht unbedingt eine Architekturkenner.

Jedoch vermute ich, dieser Würstelstand an der Tram-Haltestelle wurde in den 60er Jahren errichtet. Er gefiel mir außerordentlich. Überhaupt. Ein Würstelstand an einer Tram-Haltestelle ist eine geniale Erfindung und bei uns leider nicht oder nur ganz selten anzutreffen. Wie ich überhaupt feststellen muss, dass neben New York  Wien wohl die beste Wurstbudenkultur weltweit besitzt. Kein Wunder ist doch in ihr Kunst und Kultur zu Hause. Da gehört dann auch die Wurstbudenkultur, oder auf wienerisch Würstelstandkultur dazu.

Freilich gibt es sehr viele Würstelstände in Wien und ich konnte lediglich einige wenige testen.

Der Test des Wienerwürstchen, nahe des Stephansdoms, war schon negativ. Aber auch hier hielt sich meine Begeisterung in Grenzen. Freilich schmeckt eine Bratwurst in jedem Land anders, ja jeder Metzger hat seine Rezeptur. Und das ist auch gut so.

Ich bemängele hier jedoch nicht die Bratwurst an sich, sondern deren Zubereitung.

Diese Wiener Bratwurst war wohl schon von Haus aus fest in ihrer Struktur. Da kommt es dann gar nicht gut, wenn sie ewig auf dem Grill liegt und auf ein Opfer wartet. Sie war regelrecht verdorrt und die Schale hart und zäh. Auch das Erscheinungsbild auf dem Pappdeckel will so gar nicht zu der weltmeisterlichen Würstelstandarchitektur passen. Schade.

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