Forelle griechisch – römisch – französisch
Nein, wirklich! Eigentlich wollte ich eine Forelle ganz und gar „teutsch“ auf den Teller bringen. Einfach nach Art der Müllerin – und keinesfalls als Forelle griechisch-römisch-französisch.
Aber was geschieht? Dank der EU-Kennzeichnungspflicht stellt sich heraus, dass das gekaufte Schuppentier aus Italien stammt. Ein italienischer Fisch nach deutscher Müllerin-Art? Das geht natürlich nicht. Jedenfalls nicht in meiner Küche.
Also wird improvisiert. Italien liefert die Forelle und die Kräuter, Frankreich den Wein und Griechenland die Kartoffeln. Europa findet an diesem Tag nicht in Brüssel, sondern in meiner Bratpfanne zusammen.
Wenn Napoleon über die Alpen musste, warum nicht auch eine Forelle?
Haben wir keine heimischen Forellen? Sendungs- und geltungsbedürftige Menschen sind schließlich auch recht gleichmäßig über Europa verteilt. Aber Forellen?
Nun ja, ich müsste etwa 60 Kilometer hin- und zurückfahren, um eine fangfrische Forelle aus heimischen Gewässern zu erwerben. Sei’s drum. Der italienische Fisch kann schließlich nichts für seine Herkunft – und schmecken wird er trotzdem. Vor allem als Forelle griechisch-römisch-französisch.
Wenn Napoleon über die Alpen musste, warum nicht auch eine Forelle?
Haben wir keine heimischen Forellen? Sendungs- und geltungsbedürftige Menschen sind schließlich auch recht gleichmäßig über Europa verteilt. Aber Forellen?
Nun ja, ich müsste etwa 60 Kilometer hin- und zurückfahren, um eine fangfrische Forelle aus heimischen Gewässern zu erwerben. Sei’s drum. Der italienische Fisch kann schließlich nichts für seine Herkunft – und schmecken wird er trotzdem. Vor allem als Forelle griechisch-römisch-französisch.
Zutaten für zwei Personen
- 2 küchenfertige Forellen
- 1 mittelgroße Zwiebel
- 2 Knoblauchzehen
- 1 unbehandelte Zitrone
- 1 bis 2 Zweige Rosmarin
- etwa 150 ml Muscadet Sèvre et Maine
- etwas Mehl zum Bestäuben
- Olivenöl zum Braten
- Salz und frisch gemahlener Pfeffer
Für die griechischen Kartoffeln
- 500 bis 600 g festkochende Kartoffeln
- Olivenöl oder ein anderes geeignetes Pflanzenöl
- Salz
- einige Rosmarinnadeln nach Geschmack
Die Forelle mediterran zubereiten – also als Forelle griechisch-römisch-französisch
Die Zwiebel fein hacken. Pro Forelle eine Knoblauchzehe ebenso fein zerkleinern. Die Rosmarinnadeln mit dem Wiegemesser bearbeiten und etwas Schale von der unbehandelten Zitrone abreiben.
Olivenöl in einer ausreichend großen Pfanne erhitzen. Zwiebel, Knoblauch, Rosmarin und Zitronenschale hineingeben und bei mittlerer Hitze leicht anschwitzen. Der Knoblauch soll duften, aber keinesfalls verbrennen.
Die Forellen innen und außen trocken tupfen, mit etwas Zitronensaft beträufeln und salzen. Anschließend dünn mit Mehl bestäuben. Überschüssiges Mehl abklopfen, denn wir wollen eine feine Kruste und keinen Wintermantel.
Ein Schlückchen für die Pfanne – und eines für den Koch
Und nun das Dilemma: Kein italienischer Wein im Haus!
Also kommt Frankreich ins Spiel. Vorhanden ist ein Muscadet Sèvre et Maine. Der ist trocken, frisch und für einen Fisch durchaus zu gebrauchen.
Davon also: ein Schlückchen für die Pfanne, ein Schlückchen für den Koch. Den Wein kurz einköcheln lassen. Dann noch ein Schlückchen für die Pfanne – und so weiter. Man sollte allerdings darauf achten, dass am Ende sowohl die Forelle als auch der Koch noch stehen.
Die Pfanne abdecken und die Forelle griechisch-römisch-französisch bei niedriger Temperatur einige Minuten ziehen lassen. Sie sind fertig, wenn sich das Fleisch leicht von der Mittelgräte lösen lässt. Die entstandene Sauce zum Schluss mit Salz, Pfeffer und etwas Zitronensaft abschmecken.
Ein Schlückchen für die Pfanne – und eines für den Koch
Griechische Kartoffeln als knusprige Beilage
Für die griechischen Kartoffeln die geschälten Kartoffeln in knapp daumendicke Scheiben schneiden.
Das Öl in einer Pfanne auf etwa 160 bis 170 Grad erhitzen. Die Kartoffelscheiben sollten ungefähr bis zur Hälfte im Öl liegen. Bei mittlerer Hitze von beiden Seiten goldbraun ausbacken.
Ob das Öl heiß genug ist, lässt sich mit einem Holzlöffelstiel prüfen: Steigen daran kleine Bläschen auf, können die Kartoffeln in die Pfanne. Qualmt das Öl bereits, ist es deutlich zu heiß.
Die fertigen Kartoffelscheiben auf Küchenpapier abtropfen lassen und erst anschließend salzen. Wer mag, streut noch einige gehackte Rosmarinnadeln darüber.
Europa auf einem Teller
Die Forellen mit der Weißweinsauce, den griechischen Kartoffeln und einigen Zitronenspalten anrichten.
Damit ist sie vollbracht: die Forelle griechisch-römisch-französisch. Ein italienischer Fisch, französischer Wein, griechische Kartoffeln – und ein deutscher Koch, der ursprünglich etwas ganz anderes vorhatte.
Für eine kohlenhydratreduzierte Variante kann das Mehl weggelassen und die Kartoffelbeilage durch gebratene Zucchini, Brokkoli oder einen grünen Salat ersetzt werden.
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