Don't worry be curry – die ultimative Wurstbude in Halle
Die Stadt Halle an der Saale verbindet man nicht unbedingt mit einem exzessiven Nachtleben. Auch ich bin nicht in diese Stadt gefahren, um eine solche Nacht zu erleben.
Das Händelfest und ein Freundesgeburtstag waren Anlass genug für einen Besuch in Halle. Doch als internationaler Wurst- und Imbissbudenforscher entgeht einem natürlich nichts. Man fragt Einheimische nach den besten Imbissbuden – schon aus Reflex. Und siehe da: wieder eine außergewöhnliche Entdeckung! Diesmal mit echtem kulturellen Hintergrund und beeindruckender Architektur.
Don’t Worry, Be Curry – die ultimative Wurstbude in Halle ist schon allein durch die Architektur seines Gebäudes ist bemerkenswert.
Es wurde 1924 von Wilhelm Jost als Umspannwerk am Hallmarkt erbaut. Wilhelm Jost, ein Architekt von Rang, war Mitglied im Deutschen Werkbund und dessen Maximen verpflichtet. Zwar gehört sein Stil nicht direkt zum Bauhaus, doch er ist der Moderne zuzuordnen – insbesondere der „Neuen Sachlichkeit“. Seine Bauten prägen das Stadtbild Halles bis heute.
Obwohl ich persönlich nicht die Gelegenheit hatte, eine Geschmacksprobe zu nehmen, spricht meine Online-Recherche für eine ausgezeichnete Qualität. Das scheint glaubwürdig, denn die Currywurstbude „Don’t Worry, Be Curry“ wird von Torsten Barner betrieben – einem Fleischermeister, dessen Betrieb sogar die DDR überdauert hat. Das allein zeugt von Geschäftssinn und handwerklichem Können.
Wer das Besondere und innerdeutsch Exotische liebt, wird beim Don’t worry be curry – die ultimative Wurstbude – in Halle fündig.
Neben klassischer Currywurst gibt es eine echte Rarität: die legendäre „Griletta“. Man glaubt es kaum, aber dieser „Hamburger“ ist eine Erfindung der DDR. Selbst die Verkaufsstellen nannten sich „Griletta“. In ihrer Weisheit legte die Sozialistische Einheitspartei allerdings keinen festen Standard für die Zubereitung fest. Stattdessen war Flexibilität gefragt – man passte die Rezeptur an das an, was gerade in der Landwirtschaft verfügbar war. Eine pragmatische Lösung, die typisch für die Mangelwirtschaft jener Zeit war.
Doch auch diese bemerkenswerte Imbissbude bleibt nicht vom Zeitgeist verschont. „Vegane Bolognese“ steht mittlerweile auf der Speisekarte. Ob es gelingt, dieses Gericht völlig frei von Currywurst-Spuren herzustellen? Ich sehe ein hohes Prozessrisiko, falls militante Veganerinnen auf Kontamination klagen sollten.
Zu guter Letzt das Alleinstellungsmerkmal. Die Öffnungszeiten (2017). Da kackt selbst Berlin ab!
Montag 08:00 – 18:00 / Heute 09:00 – 20:00 Uhr
Dienstag 08:00 – 18:00 / Heute 09:00 – 20:00 Uhr
Mittwoch 08:00 – 05:00 / Heute 09:00 – 20:00 Uhr
Donnerstag 08:00 – 05:00 / Heute 09:00 – 20:00 Uhr
Freitag 08:00 – 05:00 / Heute 09:00 – 22:00 Uhr
Samstag 20:00 – 05:00 / Heute 16:00 – 22:00 Uhr
Sonntag geschlossen
Universitätsring 11a · 06108 Halle (Saale)