Scheibe vom Lamm und Kartoffelgratin
Scheibe vom Lamm mit Kartoffelgratin und Sommertrüffel
Das Leben an sich muss nicht kompliziert sein. Es wird nur dann ein wenig hektisch, wenn man plötzlich im Besitz eines frischen Sommertrüffels ist. Denn dieses Ding wartet nicht. Tag für Tag verliert er an Aroma. Also ist schnelles Handeln angesagt.
Ein Kartoffelgratin mit Sommertrüffel ist dafür ideal. Nudel mit Sommertrüffel? Ja, natürlich. Gut sogar. Aber auch ein wenig vorhersehbar. Das Gratin hingegen gibt dem Trüffel Raum. Und Ruhe. Also ein echtes Slow Food.
Kartoffelgratin mit Sommertrüffel – schlicht und aromatisch
Die Kartoffeln werden auf dem Hobel in möglichst dünne Scheiben geschnitten. Ein wenig Zitronensaft verhindert, dass sie braun werden. Die feuerfeste Form pinsle ich mit Olivenöl aus. Dann beginnt das Schichten: Kartoffeln, Sommertrüffel darüber hobeln, ein Hauch Salz, etwas Pfeffer. Mehr braucht es nicht.
Ein guter Trüffelhobel ist hier kein Luxus, sondern Pflicht. Je dünner die Scheiben, desto größer die Oberfläche – und desto besser kann der Sommertrüffel sein Aroma abgeben. Schicht für Schicht wird alles sauber in die Form gelegt, zum Schluss leicht zusammengedrückt und mit Sahne aufgegossen, gerade so, dass die Kartoffeln bedeckt sind.
Ab damit in den Ofen, bei etwa 200 Grad. Nach gut einer Stunde – manchmal etwas früher – zeigt sich die erste Bräune. Spätestens dann weiß ich: Jetzt wird das Lamm vorbereitet.
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Scheibe vom Lamm sanft gebraten
Die Scheiben vom Lamm werden gesalzen und in einer Mischung aus Butterschmalz und Olivenöl sanft gebraten. Ein Zweig Rosmarin darf mit in die Pfanne. Nicht zu heiß, nicht zu hastig. Das Fleisch soll saftig bleiben, nicht kämpfen müssen.
Während das Gratin fertig wird, brutzelt das Lamm leise vor sich hin. Keine Hektik. Keine Experimente. Nur gutes Produkt und ein wenig Aufmerksamkeit.
INFO-BOX: Sommertrüffel – leise, aber nicht belanglos
Der Sommertrüffel ist kein lauter Geselle. Er drängt sich nicht auf, er überwältigt nicht. Wer den schwarzen Wintertrüffel erwartet, wird ihn unterschätzen – und genau darin liegt sein Reiz. Sein Duft ist feiner, nussiger, manchmal fast zurückhaltend.
Die Saison des Sommertrüffels reicht meist von Mai bis September. Besonders geschätzt wird er in Italien, etwa in Umbrien. Dort kombiniert man ihn traditionell mit einfachen Zutaten: Kartoffeln, Eier, Sahne, gutes Olivenöl. Mehr wäre zu viel. Zu starke Gewürze nehmen ihm die Luft zum Atmen.
Wichtig ist Frische. Sommertrüffel verlieren ihr Aroma schnell. Wer einen besitzt, sollte nicht lange zögern. Hobeln statt hacken. Dünn, fast durchsichtig. Denn erst über die große Oberfläche entfaltet sich das, was ihn ausmacht: kein Paukenschlag, sondern ein leiser Nachhall.











