Maria, die Mutter unsers Erlösers, zörnt

Maria in einer Kirche in Südfrankreich

Maria, die Mutter unsers Erlösers, liebt die Menschen nicht mehr!

Aus guter, alter Tradition besuche ich regelmäßig die Kirche, nach dem der Einkauf auf dem Markt erledigt ist, um Maria, die Mutter unsers Erlösers, zu besuchen. Nicht dass ich besonders gläubig wäre, nein das haben mir die Katolen schon früh ausgetrieben, als sie mir offenbarten, wie scheinheilig sie sind und verlogen dazu.
Aber irgendwie ist das doch meine Kultur. Und wenn es draußen auch noch so heiß ist, wie hier in Südfrankreich, tut mir nicht nur die Kühle des heiligen Gemäuers gut, auch der Duft nach Weihrauch schmeichelt meinen Schleimhäuten, bevor ich wieder eine Gauloises rauche. Auch mit der ist nicht mehr alles in Ordnung. Der gallische Flügelhelm protzt zwar noch von der Packung, aber die Sorte mit dem Maispapier ist verboten und die mit dem Virginia-Tabak auch in Frankreich die meistverkaufte. Da mache ich nicht mit! Wenn ich Wenn ich hier bin, muss ich die Gauloises Brunes rauchen, sonst kann ich doch gleich zu Hause bleiben und HB paffen.

Eigentlich wollte ich über ein plötzlich eingetretenes Erleuchtungserlebnis schreiben.

Saß ich doch vor Tagen wieder in der kleinen Seitenkapelle, welche der Mutter Maria zugedacht ist. Mutter unseres Herren Jesus und total unbefleckt. Das mit der Zeugung höherer Art soll nicht mein Thema sein. Nein, das Aussehen der Skulptur hatte sich radikal verändert – darüber will ich berichten.

Habe schon oft in der kleinen Kapelle gesessen – unzählige Male. Liebe die Ruhe und Abgeschiedenheit. Auch hatte ich da – vor dem Altar der Maria – so manche Eingebung. Solche für Sätze, die zu schreiben sind und Bilder, die gemalt sein wollen. Hatte dabei fast immer das Gefühl, Maria öffne die Arme extra für mich um das gutzuheißen, was ich denke und tue, um mich mit dieser Geste aufzunehmen in ihr weites, gütiges Herz

Aber an jenem Tag erschien sie mir plötzlich abweisend, als wöllte sie sagen: „Ihr, die ihr mich angeblich so verehrt und liebt, habt unrecht getan! Ihr habt euch versündigt, indem ihr die Führer unserer Kirche gewähren ließet. Ihnen nicht in die Arme gefallen seit. Sie an Ihrem verbrecherischen Tun nicht gehindert habt. Gehet und verlasset mein heiliges Haus. Es ist alles vorbei!“

Ja – so sah Maria plötzlich aus. Die Arme nicht zum liebevollen mütterlichen Empfang ausgebreitet, sondern abwehrend. Mit der abweisenden Geste eines unnachsichtigen Türstehers schiebt sie die Sterblichen aus ihrer Kapelle und bleibt doch ganz still dabei. Das Gesicht angewidert. Recht hat sie!

(In Reaktion auf die Missbrauchsfälle Geistlicher)