Gatzemeier „Morgen, morgen wird alles …

Gatzemeier „Morgen, morgen wird alles zum guten Ende kommen!“ ist sein zweiter Roman.

Hinter Edgar Wünschel, dem attraktiven Mathematiker, sind die Frauen her, er will und kann keine von ihnen halten.  Er wird Aktienhändler, um nicht als Arbeitsloser zu enden. Eingebettet in eine burleske und teilweise grotesk anmutende Geschichte aus dem Bankmilieu wird beschrieben, wie es Wünschel als professionellem Börsenspieler wider Willen ergeht. Erst als er die wertlos gewordenen Hypothekenkredite der Dubliner Zweigstelle seiner Bank bewerten soll, wird ihm bewußt, daß das System, in dem er sich bewegt, auf Lug und Trug beruht.

Präzise und detailliert beschreibt der Roman, wie sich ein Spieler bewußt wird, was er treibt und trotzdem seinem Tun nicht entfliehen kann. Er sucht Ablenkung bei einer einfachen Frau, weiß nichts mit ihr anzufangen, hat aber den besten Sex seines Lebens mit ihr. Obwohl er spontan nach einer durchzechten Nacht von sich aus kündigt, handelt er eine riesige Abfindung heraus und setzt wieder alles auf eine Karte. Der Titel dieses Buches ist der letzte Satz aus Dostojewski’s »Spieler«: »Morgen, morgen wird alles zum guten Ende kommen!«

Textprobe:

1. Kapitel
UNFALL AN EINEM BELIEBIGEN MORGEN

Ungewöhnlich um diese Zeit war der Fischreiher. Er flog gefährlich nah an der Fassade entlang, so daß seine weit ausgebreiteten Schwingen fast den gründerzeitlichen Zierrat berührten. Ins Trudeln käme der Vogel, stürzte langhalsüber und würde im Vorgarten von den Spitzen des eisernen Zaunes aufgespießt. Blut liefe am Eisen entlang in den harschen Schnee. Kurz vor der Berührung schwenkte der Vogel jedoch ab und flog in den Park. Trist sah es draußen aus.

Rezensionen:

Badische Zeitung

BNN April 2012

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