St. John`s, Neufundland-Kanada

Warum sollte man St. John`s mögen? Unweit des Musikdampfers war dem Neufundländer ein Denkmal errichtet. Nicht dem Menschen sondern dem Hunde. Ein Labrador stand ihm zur Seite. Das erste gute Zeichen.

Außerdem geht das Gerücht um, St. John`s hätte weltweit die meisten Pubs pro Einwohner. So sah es auch aus. Ein angenehmes Alleinstellungsmerkmal. Nachdem man die Einheitsarchitektur in Hafennähe überwunden hatte, bergauf bergab bunt angemalte Holzhäuser. Auch hier keine Spur von globalisiertem Konsum. Kleine Läden und Kneipen aneinandergereiht und durch abenteuerliche Luftverkabelung verbunden. TÜV also ein Fremdwort aus einer überregulierten fernen Welt. Trotzdem lagen keine durch Stromschlag verkohlten Leichen in den Straßen.

Männer fuhren in riesigen SUV, mit Ladeflächen, auf denen mehrere Fässer Bier nebst einem Rudel Neufundländer Platz gefunden hätten, zur Arbeit in das Büro. Ich glaube sie legen das Pausenbrot, welches ihnen die züchtige Hausfrau mitgab, auf die Ladefläche. Kleine Fiat 500, gelenkt von subversiven Automobilisten, huschten zwischen den dröhnenden Blechkisten hin und her.

Mir scheint der deutsche Tourist fährt in das Ausland um all das bemängeln zu können, was anders ist als bei ihm zu Hause. Also – er meint was schlechter sei. Die Fasadenfarbe bröckelt und die Häuser sind so bunt, weil der verwendete Farbton gerade im Angebot war meinte einer meiner verehrten Mitreisenden. Absolut schlüssig! Die Vorgärten seien ungepflegt und durch den nächtlichen Pub-Besucher-Autoverkehr angerempelte Masten und Verkehrsschilder werden nicht gleich am nächsten Tag lotgerecht aufgerichtet. Eine Kehrwoche scheint es auch nicht zu geben. Das sie von den Bewohnern des Städtchens auf der Straße – einfach so – freundlich gegrüßt worden schien ihnen aber nicht erwähnenswert. Jedenfalls fand ich die Stadt entzückend und die Menschen überaus angenehm!

Nachdem wir bei der Ausfahrt die enge Hafenausfahrt passiert hatten, kam die übliche Durchsage des Kapitäns die vor uns stehende Route betreffend.

Dabei erwähne er, neben den guten Wetteraussichten, dass wir in 500 km Entfernung an der Untergangsstelle der Titanic vorbeifahren werden und das keine Eisberge zu erwarten seien. Aber warum sagte er 500 km und nicht 269,978 Seemeilen? Der Sachse ist schlau und empfindsam – der Kapitän ist Leipziger. In Meilen wäre der Abstand einfach zu gering gewesen und die Angst der Reisenden vor Eisbergen zu groß.

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