Reykjavik, Island überall Klubs und Bars

Nachdem ich bei meinem ersten Besuch das Land erkundete, galt bei meinem jetzigen Besuch das Interesse der nördlichsten Hauptstadt der Welt – Reykjavik. Ich flanierte.

Die Skyline gleicht irgendwie, bis auf wenige Ausnahmen, jeder anderen, die ich bisher sah. Globalisierung ist langweilig. Anderenorts höher aufragend aber doch immer gleich. Die alten Holzhäuser in der Innenstadt sind mit Wellblech verkleidet. Sie haben einen besonderen Reiz.

Als Ausgleich für das harte Klima wird in Reykjavik gefeiert, was das Zeug hält. Überall Klubs und Bars. Die Kunstszene wird als legendäre bezeichnet.

Island hat, auf die Gesamtbevölkerung gerechnet, die meisten Schriftsteller und Leser weltweit. Deutschland hat auch viele Schriftsteller.

Was mir, der sonst eher nicht konsumaffin ist, besonders auffiel, sind die geschmackvoll gestalteten Geschäfte. Die internationalen Modeketten haben die Insel nicht erobern können oder es jedenfalls nicht in die Innenstadt geschafft. Auch ALDI musste draußen bleiben. Kleine Lädchen mit verlockend-ästhetischen Waren säumen die zentrale Hauptstraße, in der es auch den besten Burger der Welt gibt – wie man sagt.

Behauptungen habe selten etwas mit der Realität zu tun.

Zwei lang gediente Fahrensleute an meiner Seite wagte ich einen Test und war absolut überzeugt, obwohl, wenn ich mich recht erinnere, ich habe noch nie einen Burger verspeist. Es gibt einfach zu viele Schafe auf der Insel und irgendwann sind sie dann im Burger drin. Sie laufen frei auf der Insel rum und vermehren sich auch öffentlich. Das kann Mann, Frau und Schaf auch ohne Scham tun, weil auf dem Land selten ein Mensch zu sehen ist. Bei einer Bevölkerungsdichte von 3,1 Einwohnern pro km² nicht verwunderlich. Sich paarende Menschen sah ich aber noch nicht. Elfen und Trolle müssen sich auch vermehren und dafür bestimmte Hotels? Wer weis.

Die Lämmer werden hin und wieder gepflückt und unter anderem auch zu Burgern verarbeitet.

Da ihr Futter aus Kräutern besteht, muss dieses Fleisch nicht gewürzt werden. Ein wenig Salz reicht. Ich naschte an der Brötchenboulette der Seemännin, bestellte mir dann aber ein nicht geschreddertes Stück Fleisch, welches ein unbeschreibliches Aroma hatte. Selbst die dazu gereichte Soße wird mir in Erinnerung bleiben. Und das will was heißen, da ich eigentlich Soßenkoch werden wollte, bevor ich etwas anderes ausprobierte.

Übrigens erhielt Island zur gleichen Zeit wie Grönland seinen Namen. Das ist einige 100 Jahre her. Also war Island das Eisland und Grönland das Grünland. Ein hübsches Beispiel für Klimaveränderungen in vergangenen Zeiten.

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