7. Cap Verden Midelo, São Vicente

7.Transamazonas „Midelo, São Vicente“ – Bayern München verliert!

Pier Nr.2:

Nachdem ich meine afrikanisch-morgendliche Trägheit überwunden hatte, nahm ich ein Schälchen Früchte nebst Joghurt zu mir und versuchte von der Reling zum Grunde des Vulkans zu schauen. Denn Unser Schiffchen hatte in dessen geflutetem Krater angelegt. Es hatte im Naturhafen von Midelo, Sao Vicente festgemacht. Natürlich sah ich nichts, konnte aber anhand der ringsherum aufragenden Berge die Dimensionen erahnen. Über die Gangway erreichte ich trockenen Fußes das Land und ging rechter Hand in die Stadt. In den Gassen saßen Händlerinnen, die Fisch und Gemüse feilboten. Welch eine Gelassenheit. Entschleunigung!

Der Tsunami des weltweiten Tourismus hat diese abgelegenen Inseln noch nicht erreicht.

Andererseits wünscht man den Menschen diesen Tourismus um so teilen zu können – oder eher doch nicht? Was soll ich dazu sagen? Einer der auf Reisen zur Flüchtigkeit des Eindruckes verdammt ist.

Linker Hand von unserer Anlegestelle fand ich später einen Strand, saß in einer Bar im Freien und schaute jungen Männern beim Fußballspiel zu. Welch eine Akrobatik! Welch eine Leichtigkeit! Für mich – der lediglich gezwungenermaßen und sehr selten im Freundeskreis Fußball sieht – ein Ereignis. Spielen die Nordmenschen noch oder kämpfen sie nur? Sie kämpfen! Geschmeidig hielten die Jungs den Ball gefühlte 15 Minuten in der Luft, ohne je Körperkontakt zueinander zu haben. Kein Rempeln, kein Schieben. Gleich einem wunderbaren Ballett ihre geschmeidigen Bewegungen.

Da von mir kein Eintritt abverlangt wurde, gab ich das doppelte des Preises für meine Kaltgetränke, obwohl ein Schwabe, ganz in der Nähe, meinte es sei ihm hier zu teuer.

Das kam mir billig vor. Mit Zorn im Bauch und beschwingten Bildern im Kopf begab ich mich zurück auf das Schiff und dachte über das Wesen der westlichen Überheblichkeit nach.Vom Schiff aus sehe ich Windparks. An dem Typ der Turbinen ist zu erkennen, dass sie schon sehr lange hier installiert sein müssen. Das sieht der Schwabe nicht und spart weiter für die zukünftige Demontage seiner AKWs`.

P.S. Wurde darauf hingewiesen, dass der Mensch nur aus 60 % Wasser besteht und nicht aus 90 %, wie ich letztens behauptete. Das verstehe ich nicht. Da müsste doch mehr drin sein – an sinnvollen Schaltkreisen. Eine Gurke soll 90 % haben. Was soll man dazu sagen?

Dies war Text Nr. 7.Transamazonas Midelo, São Vicente – Bayern München verliert!

Schreibe einen Kommentar