Klaksvik, Färöer Inseln Natur pur

In der Nacht nachdem wir die Färöer Inseln und somit Klaksvik verlassen hatten und auf See waren hatte ich Zeit nachzudenken.

Innerhalb eines Jahres sollen weltweit drei Billionen Euro für Wahrsager ausgegeben werden. Angeblich. Ich glaube dies. Die Umbenennung in Analysten, Wirtschaftsweise und Statistiker gibt diesem Berufsstand einen seriösen Anstrich. An der Behauptung die Zukunft deuten zu können hat sich jedoch nichts geändert. Mein Berufsstand hat es mit wahrsagenden Kunstwissenschaftlern zu tun, welche behaupten erkennen zu können, ob ein Artefakt auch in Zukunft Bedeutung haben wird.

Die meisten Wahrsager haben einen beamtenähnlichen Status oder sind es.

Sie werden für falsche Prognosen natürlich nicht zu Rechenschaft gezogen, sondern in der Regel zum Volkswirt einer Bank, Minister oder Museumsdirektor befördert. Andere arbeiten als Lobbyist für die Industrie und vermitteln dem Parlament wissend zu sein.

Metrologen liegen mit ihren Vorhersagen auch nicht immer richtig.

So hatten wir Glück die Färöer Inseln trotz schlechter Wetterprognose anlaufen zu können, weil der Wetterbericht mit der Realität nicht übereinstimmte. Auf den Färöer Inseln gibt es neben den Schafen auch einige, wenige, Menschen und die Natur ist überwältigend. Die Berge, aus Vulkanen entstanden, ähneln den Pyramiden der Inkas. Ob diese auch hier waren, ist nicht überliefert. Die Berge sind mit einem satten Grün überzogen, welches beständig bewässert scheint. Selten habe ich ein solches Grün gesehen. Aus der Tube schon. Saftgrün steht auf dem Etikett. Es regnete jedenfalls immer wieder und das soll auf den Färöer Inseln meist so sein.

Im Golfstrom liegend, frieren die Gewässer jedoch nicht zu obwohl auf einem Breitengrad mit Sibirien, nahe am Polarkreis, liegend.

Für Seevögel ein Paradies. Freilich kann ich nur einen begrenzten Eindruck weitergeben, weil an Bord bleiben musste um zu arbeiten. Am Abend wurde das Ergebnis freundlich aufgenommen. Es hingen meine Bilder in der Galerie und auf der Bühne fand eine Befragung des Artisten statt. Jedoch hatte ich die Zeit, vom hohen Deck des Dampfers aus, es war das 11te, meinen Blick über die Landschaft wandern zu lassen. Zwei Kundschafterinnen wurden von mir ausgesendet, um einen authentischen Bericht zu erstatten. Es ist ja peinlich, wenn man irgendwo war, ohne da gewesen zu sein.

Walfleisch lehnten sie ab. Dafür entwendeten sie vom Wegesrand einige Mineralproben.

Sprachen mit Schafen und ließen sich den Wind um die Ohren sausen. Erschöpft kamen sie vor Einbruch der Dunkelheit zurück und nahmen beim Auslaufen – durch imposante Fjorde – einen Drink an der Bar – natürlich leistete ich ihnen dabei Gesellschaft. Man weiß was sich gehört!

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