15 Transamazonas Dimensionen Amazonas

Amazonas Delta

Schiffsreisen haben den Vorteil, das man die Dimensionen unsers Planeten „erfahren“ kann.

Trotzdem erwacht man im immer selben Bett. Nur draußen ist jedes Morgen alles ziemlich anders, wenn ich mir auch dringend Frühstückskaffee ohne Musikbeschallung wünsche. Seit ungefähr 24 Stunden fahren wir auf dem ockerfarbenen Amazonas flussaufwärts. Er ist einige Kilometer breit. Gewusst ja – aber sehen überwältigt. Ein Hotel mit 1100 Betten fährt tief in das Landesinnere.

Einigemale sah ich große Rauchsäulen an Land und wünschte mir Gottes Zorn.

Der Kerl pennt – aber schon seit Ewigkeiten. Andererseits ist alles nicht so einfach. Der Boden meines Balkons besteht aus Teakholz. Auf dem Melanomdeck (Sonnendeck) gibt es Hamburger aber auch einen Vortrag im Theater, in dem es um die Abholzung geht. Nach diesen Vorträgen, in denen genau vorgerechnet wird, wie viel Regenwald die Fleischerzeugung vernichtet – so versichert mir der Referent – geht der Hamburgerverbrauch bis zu 40 % zurück. Er zeigt wirklich abschreckende Bilder.

Wenn ich wieder zu Hause bin, schaue ich nach, ob diese Reise von Greenpeace organisiert wurde.

Ich bin außerordentlich erstaunt, solch kompetente Vorträge auf einem Musikdampfer zu hören.Wenn auch alles zwiespältig sein mag – diese Form, oder überhaupt zu reisen – immerhin ein Tropfen in den Amazonas.

Die sagenumwobenen Amazonen ritten noch nicht am Ufer lang. Rindviecher wurden aber schon gesehen. Und nach vielen Meilen scheinbar unberührte Natur das aufrecht stehende Zeichen der Zivilisation – ein Strommast. Meine Gedanken schweifen jedoch tief in den Regenwald zu den indigenen Völkern, die da noch zu finden sind (auch einem Vortrag darüber gelauscht). Naturschutzgebiete sind o.k. Es fehlen noch Gebiete, die (sogenannte) zivilisierte Menschen nicht betreten dürfen. Nicht jeder verträgt unsere Wohltaten – mir wird auch manchmal schlecht.

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