Cadiz – wo Halle Berry James Bond traf

Jeder kennt die Szene aus dem James Bond Film „Stirb an einem anderen Tag“. Eine schöne Frau – die leider ihren Bauch einzieht – entsteigt den Fluten des Meeres. Ich kenne das Problem.

Selbst gut gebaute Aktmodelle tun dies. Sie denken, dass diese natürliche und ausgesprochen anmutige Wölbung oberhalb des Schambeins jedem Schönheitsideal widerspricht. Oft dauert es Stunden sie zu überzeugen diese unnormale Verkrampfung doch aufzugeben. Manche leugnen gar ihr tun. Da James ein Gentleman ist und ohnehin seine Beziehungen nur temporär, hat er wohl vergessen Halle darauf hinzuweisen. Der Regisseur hat aber versagt. Seine Aufgabe ist es solch Peinlichkeiten zu vermeiden.

Eigentlich entsteigt die verkrampfte Frau dem Meer auf Kuba – im Film. In Andalusien wird die Szene aber gedreht. Hier in Cadiz. Also alles Lüge! So wie ein eingezogener Bauch eine Vortäuschung ist, die selten gelingt.

Durch die Stadt zu flanieren ist sehr angenehm. Die engen Gassen mit ihren kleinen Läden und Kaffees, der Fischmarkt betören das Auge. Man sitzt trinkt Kaffe isst eines der leckeren Gebäckstücke und schaut Leute. Vom Torre Tavira, einem der mindestens hundert Türme und Türmchen der Stadt, hat man den Blick über die Dachterrassen. Ein Blick auf ein architektonisches Mosaik. Wenn ich nicht irre, ist die Architektur maurisch und auch gegenüber auf dem afrikanischen Kontinent so anzutreffen. Die Türme dienten als Ausguck. Der Händler, welcher als Erster ein Cadiz anlaufendes Schiff entdeckte, war schneller am Hafen als seine „Mitwettbewerber“ und konnte gute Geschäfte machen.

Der eigentliche Grund meines Landgangs war aber Goya.

Eher unbekannt findet man in der „Santa Cueva“ („Heiligen Höhle“) einige seiner Werke. Auch Velasquez ist zu entdecken. In Andacht vor den Meistern verweilte ich da recht lang, ohne gestört zu werden. Die Gefahr, dass sich Touristen für Kunst interessieren, ist eher gering. Der Ausflug zu den Affenfelsen war ausgebucht.

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