8.Transamazonas Praia Santiago

Transamazonas Praia, Santiago

 Praia, Santiago | 8.Transamazonas

Mein Vorschlag ist dieser: Man schaffe einen Ausgleichsfond, der es ermöglicht für jedem Besucher/Touristen dieser Inseln ( Praia, Santiago ) einen deren Bewohner die Möglichkeit zu geben unsere Kultur zu betrachten. Oktoberfest, Schwarzwald, Heidelberg, Berlin und so – meine ich. Ich komme mir immer so furchtbar beschämt vor, wenn ich in fremde Kulturen einbreche, zumal der Besuch hier einer der eindrücklichsten war. Da lediglich 3-4 Musikdampfer pro Monat am Pier von Praia fest machen, dürfte das kein Problem sein.

Wir hatten das Privileg in einer – verhältnismäßig – kleinen Gruppe einen kleinen Ort am Meer zu besuchen, der früher vom Berge herab von der Zitadelle der Portugiesen „Real de Sao Filipe“ beherrscht wurde.

Die Piraten früherer Zeiten – als es noch keine Touristen gab – fanden es scheinbar attraktiv sich da niederzulassen und mussten regelmäßig vertrieben werden. Die Portugiesen sind auch weg. Die Engländer auch. Fruchtbare Täler mit Bananen- und Kokospalmen – einfach allem, was man sich vorstellen kann, ziehen sich von da aus ins Innenland. Nicht umsonst wurde eine kleine Gasse in diesem Ort – „Rua Banana“ – als Weltkulturerbe deklariert.

Wir hätten glatt hier bleiben können, so herzlich waren die Menschen, wenn man – auch nur um einige Motive aufzunehmen – mit ihnen kommunizierte.

Wir waren um die Mittagszeit da. Im Freien wurde auf offenem Feuer Essen zubereitet und uns, als wir uns von der Gruppe absentierten, auch sofort angeboten. Der Duft, das Klima die Menschen in ihrer gelassenen Art! Mir fehlen einfach die Worte dies alles mit meinen mitteleuropäischen Augen in Worte zu fassen, zumal dieser Fast Food Tourismus nur Spuren in meinen Erfahrungsschatz zu kratzen vermag. Könnte ich meine Lebenszeit verlängern, mein Leben umstülpen, ich würde versuchen einige Zeit hier zu leben. Nicht falsch verstehen es ist nicht die trügerische Idylle eines Gauguin. Es rattert nicht nur und stinkt zuweilen nach Bezin – Armut sieht man auch. Die Wohlstandsrealität hat vermittels dieselelektrischen Antriebs in diesem Augenblick jedoch jeden Traum zerstört. Wir legen ab.

1431 Seemeilen (2650 Kilometer) bis Fortaleza/Brasilien und keine Haltestelle dazwischen.

Im Übrigen hätte ich gern, das jenes Bild – Müllplatz neben Kaserne – Allgemeingültigkeit gewänne.

8. Müllpanzer

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