Gänseschmalz ohne Firlefanz aber mit Erinnerungen
Hier für sie das Doping fürs Gänsefett. Also die Zutaten für Gänseschmalz ohne Firlefanz
- Zutaten:
700 Gramm Gänseschmalz
300 Gramm Schweineschmalz
Eine große Zwiebel
Einen sauren Apfel
150 Gramm gewürfelten weißen Schweinespeck
6 Stiele Majoran ( oder 4 Esslöffel getrockneten)
8 gequetschte Wacholderbeeren
Salz und Pfeffer zum abschmecken
Der Winter ist eine harte Zeit! Immer dunkel und manchmal kalt.
Alte Tugenden – wie zum Beispiel die der Sparsamkeit – werden wach und man besinnt sich auf das Einfache. Wenn man Gänseschmalz auf die Schnitte schmiert, so wie es ist, schmeckt das zwar, aber es besteht die Gefahr, dass es zergeht. Fließt es durch die Poren und läuft dann die zarte Hand entlang auf die Bluse, ist diese versaut! Schmodder! Gänseschmalz ohne Firlefanz ist gut streichfähig und doch fest.
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Schon der Geruch beim Zubereiten weckt Erinnerungen.
Der Speck wird in kleine Würfel geschnitten und angebrutzelt, bis er leicht bräunlich wird. Die Zwiebel zu dem Speck gegeben, bis sie auch Farbe bekommt und ein schönes Röstaroma entsteht. Der Zwiebelsaft sollte so weit wie möglich verdampfen und nur seine Aromen hinterlassen. Es dürfen sich also auf dem Fett keine Bläschen mehr bilden. Ist die Oberfläche ohne Blasen, Schweineschmalz und das Gänsefett dazugeben und alles zerlaufen lassen und mit Majoran oder Beifuß würzen.
Die mediterrane Gänseschmalzvariante – wenn es so was gibt – wäre mit Rosmarin ideal.
Danach lassen Sie das Gänseschmalz abkühlen und füllen es noch flüssig – also lauwarm – in Gläser ab. Es sollte jedoch nicht zu heiß sein, sonst platzt das Glas und das macht keinen Spaß.
Vom Bäcker Meier Sauerteigbrot mit Schmalz. Salzen und einen Apfel dazu. Mehr braucht es nicht.
Das ist wie zu Omas Zeiten!
Oder Sie mögen es „mediterran“, dann nehmen Sie ein Baguette. Haben Sie gewusst, dass es in Frankreich ein Fest des Brotes gibt?
Schmalzbrot, Schmalzbemme, Schmalzschnitte, Schmalzstulle – wie auch immer genannt, im Einfachen liegt die Kraft und Schönheit der Natur.
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- Haltbarkeit des Gänseschmalzes
Sie sollten das Gänseschmalz ohne Firlefanz luftdicht in einem Glas bei 5 bis 7 Grad im Kühlschrank aufbewahren.
So hält es ungefähr mindestens 4 Wochen. - Inhaltsstoffe
ca. 60 % ungesättigte Fettsäuren
ca. 10,5 % mehrfach gesättigte Fettsäuren
ca. 28,4 %gesättigte Fettsäuren - Gesundheit
Gänseschmalz ist gesund!
denn es hat einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren (Omega-3 Fettsäuren)
positive Wirkung auf das Herz-Kreislauf-Systems
Freilaufende Gänse besitzen einen größeren Anteil der Omega-3 Fettsäuren! - Als Hausmittel
Bei Husten, Schnupfen oder Bronchitis als Brustwickel
Entzündungshemmend bei Hauterkrankungen
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Haltbarkeit, Heilkunst und herzhafte Wahrheit: Ein kleiner Exkurs zum Gänseschmalz ohne Firlefanz aber mit Erinnerungen
Gänseschmalz ist so etwas wie der bodenständige Aristokrat unter den tierischen Fetten: traditionsbewusst, zuverlässig und frei von modischem Firlefanz. Wer es richtig lagert, kann sich lange an seiner fein-nussigen Note erfreuen. Die Regel lautet: Glas auf, Schmalz hinein, Glas zu. Und zwar luftdicht. Dann wandert das Ganze bei 5 bis 7 Grad in den Kühlschrank, wo es sich, ganz Gentleman, problemlos vier Wochen und oft deutlich länger hält. Das ist im Grunde die gesamte Wissenschaft der Haltbarkeit. Alles andere wäre Küchenesoterik.
Was steckt drin? Mehr als Oma ahnte.
Schaut man dem Gänseschmalz analytisch unter die Fettkruste, wird es richtig interessant. Rund 60 % ungesättigte Fettsäuren sorgen dafür, dass es sich keineswegs hinter trendigen Avocados verstecken muss. Dazu gesellen sich etwa 10,5 % mehrfach ungesättigte Fettsäuren und etwa 28,4 % gesättigte Fettsäuren – ein Verhältnis, das mancher Ernährungsberater mit einem zufriedenen Nicken quittieren würde. Vor allem, wenn die Gänse nicht in einer Art Ganzjahres-Hallenbad leben, sondern frei über Wiesen stolzieren dürfen. Diese Bewegung macht nämlich nicht nur die Gans glücklich, sondern erhöht auch ihren Omega-3-Gehalt.
Gänseschmalz gesundheitlich betrachtet: Ein Fett mit Charakter
Nun könnte man meinen, Fett sei Fett, doch Gänseschmalz entzieht sich dieser Pauschalierung mit einer gewissen Eleganz. Dank seines hohen Anteils an ungesättigten Fettsäuren – darunter Omega-3 – wirkt es sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus. Das heißt nicht, dass man täglich in Schmalz baden sollte, aber: In Maßen genossen ist es ausgewogen, traditionell und überraschend modern.
Gänseschmalz als Hausmittel: Die Naturapotheke aus der Speisekammer
Längst bevor es Apothekenregale mit 200 Varianten von Erkältungssalben gab, holte man einfach das Schmalzglas aus dem Kühlschrank. Aufgewärmt und in ein Tuch eingeschlagen, wirkt Gänseschmalz bei Husten, Schnupfen und Bronchitis als Brustwickel – beruhigend, wärmend, schleimlösend. Auch auf der Haut zeigt es Qualitäten: Es gilt als entzündungshemmend und hilft bei kleinen Irritationen oder trockenen Stellen. Selbstverständlich ersetzt es keinen Arztbesuch, aber es ist ein schönes Beispiel dafür, wie altbewährte Praxis und moderne Erkenntnisse manchmal wunderbar zusammenpassen.
Fazit: Ein unterschätzter Allrounder
Gänseschmalz ist mehr als ein saisonaler Küchenbegleiter zur Gans. Es ist ein vielseitiger, gut haltbarer Küchenklassiker, der sowohl geschmacklich als auch gesundheitlich punkten kann – und sogar kleine Wehwehchen lindert. Vielleicht also doch nicht nur ein Relikt aus Omas Vorratskeller, sondern ein kleines Multitalent, das seinen Platz im Kühlschrank verdient hat.













