Wohnen im Artdeco - Lower Manhattan

Obwohl mein Stammcaffe in Leipzig ein Artdeco – Kaffee ist durfe ich noch nie in solch einem stilistischen Ambiente wohnen.

Nach dem Besuch einer Stadt wie New York ist der Nachhall eine eindringliche Erfahrung. Ich meine damit nicht die visuellen Eindrücke, obwohl diese wahrscheinlich länger haften bleiben. Hat man den Flug Richtung alten Kontinent hinter sich und trudelt dem Alltag entgegen wird man gewahr, welch eine Ruhe hier herrscht. Wir wohnen Karlsruhe Innenstadt oder Leipzig Stadt. Die Straßenbahn hält vor dem Haus und Krähen sammeln sich des Abends in den Bäumen. Die Unsitte Fleisch unter freiem Himmel auf einem Rost über Feuer anbrennen zu lassen kennen sie ja. Der Hinterhof stinkt.

In New York wohnten wir in der 45ten Etage eines Artdecobuilding. The Downtown Club 20 West Street in Lower Manhattan am Battery Park. Also ein wenig abseits vom großen Rummel. Und doch rauschte die Stadt die Nacht hindurch in unserm Schlafzimmer. Sirenenklänge tauchten auf, als hätten wir vergessen das TV-Gerät auszuschalten. Ein durchschnittlicher amerikanischer Kriminalfilm begleitete uns als Endlosschleife durch die Nacht. Und doch war dies sympathisch. Was hätte ich auch mit unseren Krähen im 45ten Stockwerk anfangen sollen und die Gerüche von Garküchen – die es da nicht gab – hätten es ohnehin nicht bis in diese luftige Höhe geschafft. Der Ausblick über den Hudson River war grandios.

Das Appartment hatte die Größe eine Zweiraumwohnung (Arbeiterschließfach) in Halle-Neustadt war aber günstiger als ein einigermaßen vernünftiges Hotel.

Gut gelegen und mit einer Küche. Unten im Haus ein sogenannter „Deli“, in dem man die zum überleben notwendigen Spagetti und anderes erwerben konnte. Um die Ecke ein Weinladen dessen Auswahl grandios war.

Allerdings schien die Vermietung zumindest halb illegal, ist aber doch über eine Agentur abgelaufen. Ein Chinese kam zur Schlüsselübergabe in einem Fahrzeug, welches vermutlich auch gut für den Afghanistankrieg getaugt hätte. Mit Stern vorn dran. Er suchte ungefähr eine Stunde nach einem Abstellplatz und sagte uns zur Begrüßung wir seien Freunde von ihm. Gern dachte ich. Er war wirklich nett. Er meinte jedoch dies sollten wir dem Concierge sagen, wenn er uns fragt, ob wir gemietet hätten und bei wem. Nein wir sind Freunde von Herrn Jung oder Jang und dürfen so da wohnen, weil er uns auch in Deutschland besuchen kommt – sollten wir sagen. Concierge fragte nicht, lächelte aber freundlich so das ich nicht lügen brauchte. Folglich besuchte ich auch keine Kirche, um die Sünde zu beichten.

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