Die Entstehung der Kreuzschifffahrt

Die Entstehung der Kreuzschifffahrt im Mittelmeerraum hat eine lange Vorgeschichte.

Vor jedem Aufschwung war eine Krise. Auch das Mittelmeer hatte solch eine. Heute kommen Flüchtlinge aus Afrika aber damals kam gleich der gesamte Kontinent nach Norden und schlug heftig gegen das europäisch Festland. Die Verbindung zwischen Mittelmeer und Atlantik wurde unterbrochen und außerdem war es kalt. Eine Eiszeit setzte ein und der Meeresspiegel sackte fünfzig Meter ab. Plötzlich war das Mittelmeer gänzlich vom Wasser abgetrennt. Die damalige Eiszeit konnte nur so grausam sein, weil es keine Kohlekraftwerke, Automobile und andere Gerätschaften gab, welche mit fossilen Brennstoffen betrieben wurden und dadurch die Erde erwärmten. Salz gab es aber im Überfluss. Die „messinische Salinitätskrise“ hatte diese Überfülle zur Folge und lies die Salzpreise ins Bodenlose fallen. Das geschah vor genau 5,3 Millionen Jahren.

Die Côte d’Azur war eine Hochgebirgsalm. Neapel ein Bergdorf und Dubrovnik nicht zu erreichen.

Palma de Mallorca lag auf einem Gipfel in über 2000 Meter Höhe. Unten eine nicht endenwollende weiße Salzwüste. Die Versorgung war desaströs und der Tourismus zusammengebrochen. Dagegen musste etwas unternommen werden. Die Politik war wie immer hilflos und zerstritten. Nordfrankreich wollte ihre Alm im Süden nicht verlieren, um weiter Käse nach Afrika exportieren zu können. Da die heutige Straße von Gibraltar damals wirklich eine war – nämlich eine Straße nach Afrika und über Land – florierte der Handel. Auch durch die rein physische Nähe der Kontinente verstand man sich gut. Aber die Norweger und Schweden hatten Angst, dass ihr Wasser ins Mittelmeer abfließt wenn die trennende Landverbindung zum Atlantik wieder geöffnet wird. Ich brauche dies nicht weiter auszuführen, da die Vorgänge auch heute noch die Gleichen sind. Manchmal zu Krieg führen, wenn es um Öl geht. Allerdings ging die Sache gut aus, weil nicht nur die Italiener eine Importverpflichtung für Norwegischen Stockfisch eingingen und ihn sich in ihrer herrvorragenden Küche zu eigen machten. Portugiesen und Spanier schlossen sich ihnen an.

Die Regionalregierung von Mallorca – die Insulaner gehörten noch nicht zu Spanien – wollte aber auf alle Fälle das Meer zurück.

Es wurden internationale Konferenzen abgehalten, aber 800 Tausend Jahre bewegte sich nichts. Irgendwann verlor die Tourismuswirtschaft die Geduld, weil durch die Mode des exessiven Grillens von Bison und Mammutfleisch die Eiszeit vorbei ging und im Atlantik der Wasserspiegel wieder auf das normale Maß anstieg. Zwei der größten Kreuzfahrtgesellschaften entschlossen sich, im verborgenen, die Straße von Gibraltar wieder zu öffnen. Wie das genau vonstattenging, ist nicht überliefert aber es soll bei Nacht und im Nebel geschehen sein. Irgendwelche Landabsenkungen waren nötig. Gräben wurden gegraben dann floss der erste Tropfen Atlantikwasser in das trockene Salzbecken. Da stetiger Tropfen gnadenlos jeden Stein höhlt, ergoss sich nach kurzer Zeit ein breiter Strom in das Mittelmeerbecken. Er wurde größer und größer. In der Meerenge von Gibraltar bildete sich ein 250 Meter tiefer und 200 Kilometer langer Graben. Der sich ohnehin nicht mehr rentierende Salzabbau musste eingestellt werden und die Arbeiter wurden auf die Alm – heute Côte d’Azur genannt – verbracht. Später zu Fischern umgeschult erfanden sie die in Salz eingelegte Sardelle und ihre Bouillabaisse ist weltweit berühmt.

Jene Tatsache ist faktisch überliefert; hätte es damals keinen europaweiten Streik im Hoch- und Tiefbau gegeben, wäre die heimlich gegrabene Lücke in der Straße nach Afrika bei Gibraltar schnell geschlossen wurden und das Mittelmeer bis heute eine Salzwüste.

In unserer Zeit sind die Bauarbeiter friedlicher und streiken auch selten, weil sie ihren Urlaub auf Kreuzfahrtschiffen verbringen dürfen. Eventuell gab es damals aber auch Absprachen zwischen Gewerkschaftsfunktionären und Kreuzfahrtgesellschaften. In Salz geschrieben, sind sie leider nicht mehr zu entziffern.

Vom Mittelmeer wäre noch zu berichten, dass dieses ein manisch – depressives Meer ist.

Ist ein Hoch über ihm, ist es still, aber wenn ein Tief auch nur in die Nähe kommt, tobt es. Heute ist ein Hoch über uns. Der Atlantik hat einen grundsätzlich anderen Charakter. Davon später mehr aber jetzt wissen sie vieles über die Entstehung der Kreuzschifffahrt.

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